Liebesverleih.err
Warum "Beziehungen" alles zerstören
Seit Freitag ist meine Freundschaft Plus zu besuch. Na ja, zumindest war sie das Mal. Jetzt fühlt es sich nicht mal mehr so richtig nach Freundschaft an. Gerade ist sie wieder los – wandern mit ihrem Neuen. Nur noch ein paar Dinge aus ihrem Koffer holen.
Ich weiß nicht was zuerst ging. Respekt oder Liebe?
Aber eines weiß ich: Mit jedem weiteren Satz, den ich mit ihr wechsel, verstehe ich weniger. Ich glaube das will ich gar nicht mehr.
Wieso hab ich ihr jemals vertraut?
Unsere Vergangenheit ist bereits unwirklich geworden. Als wäre sie dem Nichts zu nahe gekommen. Und je unwirklicher sie wird, desto mehr verschwimmt unsere Zukunft.
Und wir alle wissen: nur eine bestimmte Zukunft, ist eine wirkliche.
…
Aber zurück zu uns.
Ein Teil von mir sagt ich verstehe sie. Ich wollte nie eine “Beziehung” im herkömmlichen Sinne. Nicht nachdem mir zwei Frauen (m)ein gebrochenes Herz zurückgaben – als wäre ich nur ein Liebesverleih. Sie schon. Dann trifft sie einen Typen, der ihr sagt dass er eine “Beziehung” mit ihr möchte. Kein Wunder.
Was hab ich bitte erwartet?
Gestern fragte mich jemand was ich denn eigentlich von meiner Freundschaft Plus will – außer Sex. Die Antwort ist ganz einfach, denn es ist dasselbe was ich von jedem Menschen will – Loyalität.
Bullshit.
Ich will es nicht nur, ich erwarte es. Es ist schließlich das, was uns Menschen – in unseren Beziehungen – überhaupt erst wirklich macht.
Nur scheint Loyalität den Frauen nie zu reichen.
Langsam glaube ich sie wollen dass ich meine Seele verkaufe und auch gar keine wirkliche Beziehung. Sie glauben das zwar, aber sie wollen bloß Sicherheit und eine “Beziehung”.
Neulich auf dem Yoga-Festival traf ich wieder einen Mann der sagte dass wir ein Safe Space für Frauen sein müssen. Und die Frauen jubelten, als hätte ein Mann etwas Weltbewegendes Planetendrehendes gesagt.
Mich widert das an. Noch mehr, dass ein Mann das sagt.
Ich ein Safe Space?
Bevor das passiert verweht meine Asche im Wind.
Es gibt keine Sicherheit in der Wirklichkeit – nur durch die Trennung von ihr.
…
Und das ist das Problem.
Sicherheit ist ein so großes Thema geworden, dass die meisten Frauen ohne sie gar nicht mehr klar kommen feucht werden.
Und als Mann? Wirst du schwul?
Na ja. Schau dich um. Die meisten haben den Kampf bereits verloren.
Treffe ich Pärchen, begegne ich meistens Männern die ihre Seele schon aufgegeben haben. Die Ähnlichkeit mit einem Hund ist kaum zu übersehen. Ein ehemaliger Freund nennt seine zukünftige Frau “Chefin”. Zum Glück bin ich nicht zur Hochzeit eingeladen. Wird bestimmt langweilig.
Auch mein Bruder ist wie ausgetauscht, seitdem er seine Freundin hat. Er traut sich nicht mal mehr mit mir zu sprechen – er redet nur noch. Dazu mal mehr in einem anderen Artikel.
Ehrlich, ich bin noch nie einem Pärchen begegnet, wo der Mann seinen Biss behalten hat. Klar, ich redete mir das ein, als ich mit meiner Ex zusammen war.
Aber letztendlich?
Warf sie mich weg, als sie merkte mich nicht zähmen zu können. Genau in dem Augenblick, als ich sie wieder erkannte, als das Mädchen, in das ich mich verliebt hatte.
So genug mit dem Vorspann.
“Beziehung” statt Beziehung
Die Basis jeder “Beziehung” ist Hass, nicht Liebe. Liebe beginnt wo jede “Beziehung” zerbricht und du endlich begreifst, dass du mit jedem Menschen, in jedem Augenblick eine Beziehung hast. Nur irgendwie scheint das keiner zu checken. Alle zu vernarrt in ihre Weltanschauung, dabei ist das bereits der erste Fehler.
Es gibt keine Welt, die man von außen betrachten kann.
Wenn du jetzt denkst: “doch!” muss ich dir sagen dass du nicht in der Wirklichkeit lebst – sie hat nur gerade deine überlebenssüchtige Realität getriggert.
Aber zurück zu unserer kleinen Hasstirade.
Der Grund wieso Menschen eine “Beziehung” wollen ist das sie sich nie gefragt haben wofür sie wirklich hier sind. Sie beginnen mit der Frage: “Wer bin ich?” oder “Was will ich?” – aber beide führen nur tiefer in die Lüge.
Es geht nicht darum wer du bist oder was du willst.
Fuck, das ist sogar der Ursprung allen Übels in dieser Welt auf diesem Planeten.
Es ging immer schon darum wofür du hier bist.
Wir sind relationale Wesen, das heißt wir werden erst durch unsere Beziehungen wirklich. Dadurch wie andere uns ansprechen – wie eine Glühbirne, die erst wirklich eine Glühbirne ist, wenn sie an einen Stromkreis angeschlossen wird. Natürlich ist sie auch ohne einen Stromkreis eine Glühbirne, aber erst durch ihr glühen wird sie wirklich.
Die meisten von uns beschließen sich irgendwann dazu nur noch in einem Stromkreis zu glühen. Sie wählen einen “Partner” und beginnen eine “Beziehung” und verschließen sich so anderen Stromkreisen, in denen sie ganz anders leuchten würden.
Sie nennen es “Liebe”, aber ich sehe nur Selbsthass.
Denn leuchtest du nur noch für einen Menschen, bist du längst unwirklich geworden.
…
Kein Wunder, dass “Vergebene” oft so langweilen.
Du kannst sie nicht mehr zum Leuchten bringen. Sie erlauben es nicht.
Sie haben ja schon ihre “Beziehung”.
…
Peace out War in.
Mein plaCZebo


